von Angela-Maria Meyer
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8. März 2026
Heute ist Weltfrauentag. Beim Gedanken daran fällt mir sofort ein Erlebnis aus dem Kindergarten ein – mein „Teddy-Erlebnis“. Der Fototermin stand an, und ich wollte keine Puppe, sondern den Teddy. „Der ist nur für die Jungs“, wurde mir gesagt. Mein Gesicht auf dem Foto spricht Bände – irritiert, vielleicht ein bisschen wütend, auf jeden Fall sieht "freundlich" anders aus. Schon als junger Mensch lernte ich: Es gibt Erwartungen, Rollen, Schubladen. Wer nicht passt, ist „zu laut“, „zu ehrgeizig“, „zu emotional“ – oder eben „nicht weiblich genug“. Es gab Momente, die mich verunsicherten, andere, die mich wütend machten. Doch habe ich eines aus meinen Erfahrungen gelernt: 𝗜𝗰𝗵 𝗯𝗶𝗻 𝗻𝗶𝗰𝗵𝘁 𝗱𝗮𝗳ü𝗿 𝗱𝗮, 𝗶𝗻 𝗲𝗶𝗻𝗲 𝗥𝗼𝗹𝗹𝗲 𝘇𝘂 𝗽𝗮𝘀𝘀𝗲𝗻, 𝗼𝗱𝗲𝗿 𝘂𝗺 𝗱𝗲𝗻 𝗠𝘂𝗻𝗱 𝘇𝘂 𝗵𝗮𝗹𝘁𝗲𝗻, 𝘀𝗼𝗻𝗱𝗲𝗿𝗻 𝘂𝗺 𝗱𝗮𝘀 𝗮𝗻𝘇𝘂𝘀𝗽𝗿𝗲𝗰𝗵𝗲𝗻, 𝘄𝗮𝘀 𝗶𝗰𝗵 𝘀𝗲𝗵𝗲, 𝘂𝗻𝗱 𝗺𝗲𝗶𝗻 𝗟𝗲𝗯𝗲𝗻 𝘀𝗼 𝘇𝘂 𝗹𝗲𝗯𝗲𝗻, 𝘄𝗶𝗲 𝗲𝘀 𝘇𝘂 𝗺𝗶𝗿 𝗽𝗮𝘀𝘀𝘁. Heute liebe ich mein Leben als Frau, Mutter, Führungskraft, Coach – voll, echt, laut, wild, emotional. Doch diese Sichtweisen begleitet mich nicht nur privat. Auch im Beruf, in handwerklichen Projekten oder in Führungsrollen stoße ich auf diese Realität: Frauen müssen oft besonders sichtbar sein, ihre Stimme erheben, ihre Expertise verteidigen und manchmal gegen Widerstände ankämpfen. Es erfordert Mut, Dinge anzusprechen, sichtbar zu sein, Räume zu schaffen, in denen echte Gespräche möglich sind. Ich hatte das Glück, dass meine Eltern damals mein „Teddy-Wollen“ unterstützten, ohne mich in eine Schublade zu stecken. Doch das Foto hängt noch heute an der Wand und erinnert mich immer daran, dass es sich ein Leben lang lohnt, für sich einzustehen. Als Coach begleite ich Menschen an Wendepunkten ihres Lebens: Führungskräfte, Teams, Einzelpersonen, die sich fragen: Wer bin ich wirklich? Immer wieder geht es darum, den Mut zu finden, nicht das zu sein, was andere erwarten, sondern genau das, was man selbst ist. 𝗩𝗶𝗲𝗹𝗹𝗲𝗶𝗰𝗵𝘁 𝗶𝘀𝘁 𝗱𝗮𝘀 𝗱𝗶𝗲 𝘄𝗮𝗵𝗿𝗲 𝗕𝗲𝗱𝗲𝘂𝘁𝘂𝗻𝗴 𝗱𝗲𝘀 𝗪𝗲𝗹𝘁𝗳𝗿𝗮𝘂𝗲𝗻𝘁𝗮𝗴𝗲𝘀: Räume zu schaffen, in denen niemand mehr sagt, was du sein soll, in denen Mädchen einfach sagen können: „Ich will den Teddy" und niemand mehr sagt: „Der ist nicht für dich.“ Räume, in denen Frauen den Mut haben, sichtbar zu sein, zu sprechen und ihr Leben selbst zu gestalten. 𝗔𝗺 𝗘𝗻𝗱𝗲 𝘇ä𝗵𝗹𝘁 𝗱𝗼𝗰𝗵 𝗻𝘂𝗿 𝗲𝗶𝗻𝘀: Die Freiheit, das eigene Leben in die Hand zu nehmen – laut, wild, echt, und genau so, wie wir es wollen. Wenn dich diese Gedanken berühren, dann teile deine eigene „Teddy-Story“ oder einen Moment, in dem du dich gegen Erwartungen anderer entschieden hast mit deinem Umfeld. Denn Sichtbarkeit beginnt mit einer Geschichte.